Bezeuge den Buddhaweg ...

Dogen Zenji - GAKUDÔYÔJINSHÛ

3. Bezeuge den Buddhaweg durch Übung

In der Welt heißt es: „Wenn du lernst, liegen die Verdienste des Lernens im Lernen selbst beschlossen.” Buddha sagt: „Wenn du übst, liegt der Erweis in der Übung selbst beschlossen.”

Noch nie haben wir von einem gehört, der Verdienste erwarb, ohne zu lernen, oder der zum Erweis gelangte, ohne zu üben.

Auch wenn es beim Üben Unterschiede gibt zwischen Glauben und Lehre, plötzlicher und allmählicher Verwirklichung, ändert das nichts daran, dass wir durch die Übung zum Erweis durchbrechen.

Auch wenn es beim Lernen tiefe und seichte, intelligente und einfältige Anlagen gibt, ändert das nichts daran, dass wir durch das Lernen von Dingen zu Verdiensten gelangen. Wie könnte so etwas allein

von der Fähigkeit oder Unfähigkeit des Königs oder von der Gunst oder Ungunst des Schicksals abhängen? Wenn es möglich wäre, ohne Lernen zu Verdiensten zu gelangen, wer würde den Weg früherer Könige in Zeiten des Friedens und Tumultes fortführen? Wenn es möglich wäre, ohne Übung zum Erweis zu gelangen, wer würde je

des Tathagatas Lehre von Irre und Erwachen gewahr werden?

Wisse, dass du, indem du inmitten der Irre die Übung kultivierst, dir den Erweis bereits zu Eigen machst, bevor du zu ihm erwachst.

Dann wirst du endlich verstehen, dass das Floß der Lehre nicht wirklicher ist als ein Traum von gestern, und du wirst deine alten Ansichten, in die du dich wie eine Ranke oder Schlange verstrickt hattest,

für immer loswerden können. Buddha führt dies nicht mit Gewalt herbei, vielmehr ist es dein allumfassendes Wirken, welches dies bewirkt.

Genauso ist es nichts anderes als die Übung selbst, die den Erweis hervorruft. Die Schatzkammer deines Hauses kommt nicht von außerhalb.

Wo vom Erweis Gebrauch gemacht wird, ist Übung. Wie könnten sich Spuren im Geist umkehren?

Wenn du deshalb mit erwachten Augen zurückblickst auf die Übung, wird kein einziges Ding in die Augen fallen. Wenn du genau hinschaust, siehst du bloß zehntausend Meilen weit weiße Wolken.

Wenn du dagegen mit deiner Übung fortschreitest, so als wolltest du die Stufen des Erwachens hinaufklettern, dann werden deine Füße

von keinem einzigen Staubkorn gestützt werden. Wenn du trotzdem zum Schritt ausholst, entfernst du dich so weit wie der Himmel von der Erde. Hier, nimm einen Schritt zurück und spring über das

Buddhaland hinweg!

Geschrieben am neunten Tag des dritten Monats im Jahr 1234.

4. Übe die Buddhalehre nicht mit einem Geist, der nach Gewinn strebt

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