Zazen und Kinhin

 

ZAZEN

Bein Zazen gibt es 2 Arten zu Sitzen: Kekkafuza (Voll-lotos) und Hankafuza (Halb-lotos).

Wenn du in keiner von diesen Haltungen sitzen kannst, dann versuche eine Haltung zu finden, die es dir erlaubt die Füsse und Knie auf dem Zabuton (Sitzmatte) zu halten und darin 1 Stunde unbewegt sitzen. Der Hintern und die Knie sollten ein gleichseitiges Dreieck formen mit dem gleichen Gewicht auf jeder Ecke. Während Zazen strecke deinen Rücken, ziehe das Kinn ein, gib der Haltung Kraft, indem du das Gesäß nach vorne neigst und den unteren Teil der Wirbelsäule nach vorne bringst.

Deine Hände/Finger sollten in hokkaijoin gehalten werden.

Die Daumen sollten sich leicht berühren, dabei sollte kein Druck ausgeübt werden.

Idealerweise liegen die Hände auf den Fersen auf:

Dogen schreibt über die Zazenhaltung: “Ohren und Schultern sollten in einer Linie sein, während die Nase in einer Linie mit dem Nabel ist. Die Zunge sollte am Gaumen anliegen. Halte Lippen und Zähne geschlossen und die Augen stets geöffnet. Atme leise durch die Nase.

Ist der Körper auf diese Weise eingestimmt, dann atme einmal tief durch den Mund aus. Schwinge deinen Oberkörper erst nach links und rechts. Dann sitze reglos wie ein mächtiger Berg in Konzentration und denke auf dem Grund des Nicht-Denkens. Wie denkt man auf dem Grund des Nicht-Denkens? Es ist die Loslösung vom Denken (Undenken). Dies macht die Kunst des Zazen aus.

Zazen ist keine Meditationstechnik - es ist das Dharmator großer Zufrieden- und Gelassenheit. Es ist das übende Erweisen des endlosen Dharmaweges”.

Entspann dich und lasse deinen Atem kommen und gehen auf natürliche Weise eher aus dem Zwerchfell, als aus der Brust, und lasse Körper und Geist los. Sicherlich, du wirst Schmerz, Langeweile, Schläfrigkeit oder Wut und alle möglichen Arten von Gedanken erleben. Lasse sie alle kommen und gehen. Wenn du nicht mit der Bereitschaft zu sterben sitzt, quälst du dich nur sinnlos und verschwendest deine Zeit. Verlasse unter keine Umständen dein Zafu während Zazen. Erwarte dir keinen Vorteil. Sei einfach wachsam, sitze aufrecht und lass Körper und Geist abfallen.

 

KINHIN

Sobald der Jikido die kleine Glock zwei mal schlägt, ist es Zeit für Kinhin. Stehe auf, rücke Dein Kissen zurecht, verbeuge Dich einmal in Richtung Deines Zabutons (das gilt der Sangha), drehe Dich im Uhrzeigersinn um 180 Grad und verbeuge Dich noch einmal Richtung Buddhastatue (gilt Buddha). Danach bring Deine Hände in Shashu und nimm Deinen Platz beim Kinhin ein. Die Abstände zwischen den einzelnen Personen sollten gleich groß sein. Jetzt bringe Deine Hände in Isshu und starte mit dem Kinhin.

Der Oberkörper sollte aufrecht sein, die Ellbogen angehoben, die Hände genau vor dem Solarplexus.

Deine Hände sollten in Isshu sein:

Am Anfang des Ausatmens bewege deinen Fuss nach vorne. Atme lang und vollständig aus (Man sagt, dass 1 Minute ideal ist, aber 15–20 Sekunden sind eigentlich genug). Wenn du einatmest, entspanne den ganzen Körper. Wenn du länger oder kürzer als andere atmest, dann ist es notwendig kleinere oder grössere Schritte zu tun, um die Entfernung zu den anderen konstant zu halten. Am Anfang von Kinhin wähle einen Platz, der der Person hinter dir auch genug Platz lässt. Gehe immer gerade und in den Ecken des Zendos drehe dich um 90 Grad um. Gehe auf einer Linie mit anderen. Atme natürlich und entspanne dich während des Einatmens. Im Allgemeinen sollte das Einatmen kürzer als das Ausatmen sein, aber erzwinge deinen Atem nicht, lass ihn ganz natürlich kommen und gehen!

Am Ende der Kinhin-Periode (10 Minuten am Nyojo, 15 Minuten während eines Sesshins) schlägt Jikiko einmal die kleine Glocke. Bringe Deine Hände zurück in Shashu, verbeuge Dich und gehe derselben rechteckigen Linie folgend bis zu Deinem Platz. Gassho Richtung Zabuton, Drehung 180 Grad im Uhrzeigersinn, Gassho Richtung Altar, noch einmal Drehung 180 Grad im Uhrzeigersinn, setze Dich und nimm wieder ruhig Zazen-Haltung ein.